Trauern um Kant?!

February 8, 2008, 19:47

Wie wir nun alle wissen, hat der Staat kein Geld….
Deswegen, und das wissen nun wiederum nicht alle, habe ich keinen Philokurs mehr.
Nun werden die meisten unter Euch sagen: „Ja sei doch froh! Was Besseres kann dir nicht passieren! Endlich kein Kant mehr, welche Erlösung!“
Doch weit gefehlt, ich trauere ihm nach… Nicht Kant! Nein ganz sicher nicht dem guten alten Kant, denn der lässt sich bisweilen doch etwas schwer verdauen. Nein ich meine natürlich den Philokurs selbst. Ich habe mich ehrlich gesagt schon gefragt wie ich überhaupt mein ABI schaffen soll, wenn ich nicht ein- bis zweimal in der Wochen über den Sinn und die Sinnlosigkeit des Lebens nachdenken darf. Und überhaupt, warum wird grade der Kurs gestrichen der am meisten Spaß macht. Ich meine kann man nicht so sinnlose Fächer wie Englisch oder Kunst streichen? Ich meine letzteres habe ich zum Glück nicht mehr, aber es geht ums Prinzip! Soviel zum Philokurs, Zitate aus den vergangenen Halbjahren werden zur allgemeinen Bildung und/oder Belustigung folgen…

Der Vorleser

July 20, 2007, 18:28

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Wieder ein Buch, ein „Muss-Gelesen-Werden-Buch“. Also eine schier endlose Aneinanderreihung von Buchstaben, Wörtern und Sätzen. Dabei sind dies meist Sätze, welche scheinbar nicht die Absicht haben den Leser zu fesseln, ihn zu begeistern oder zu faszinieren, sondern ihm ehr bei dem Problem der Schlaflosigkeit Abhilfe schaffen wollen. Jedenfalls habe ich bei den großen Klassikern der Deutschen Literatur wie etwa Fontanes „Irrungen, Wirrungen“ oder Lessings „Emilia Galotti“ jedes Mal das Gefühl gehabt, dass es eine Strafe ist sich Seite um Seite durch einen Berg an Beschreibungen, Gedanken und Unwichtigkeiten zu quälen. Entsprechend begeistert war ich Anfang der Ferien ein weiteres „M.G.W-Buch“ in den Händen halten zu dürfen. Und jetzt?

Nach endlosem hin und her und Wochen des vor mich her Schiebens habe ich die Büchse der Pandora dann doch geöffnet. Und ja diese Bezeichnung trifft genau und präzise das was es ist. Sind die ersten Seiten erst Mal gelesen kommt man schwer davon los. Es ist was es ist. Ein Buch. Einzigartig geschrieben und inhaltlich so Komplex, so schockierend, so befremdend  und doch so nah an allem was vorstellbar und unvorstellbar scheint. Bernhard Schlink schafft es mit erstaunlicher literarischer Präzision Konflikte, Absurditäten und Gefühle in einer für den Leser fesselnden Art und Weise darzustellen. „Der Vorleser“ ist sein wohl persönlichstes Werk und wahrscheinlich grade deswegen zu einem internationalen Bestseller geworden.